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Gerald Stangl

„Wir erleichtern das Leben für Diabetiker massiv.“

 

Am Anfang stand die Idee, eine einfache App zu programmieren, die den Alltag von Diabetikern erleichtert. Um sie zu verwirklichen, gründete Gerald Stangl 2012 gemeinsam mit Frank Westermann, Fredrik Debong – beide selbst Diabetiker – und Michael Forisch das Start-up-Unternehmen mySugr GmbH. Mittlerweile wird die App mySugr von über einer Million Diabetikern verwendet.

Stangl, der an der FH Salzburg MultiMediaArt studierte, ist bei mySugr für das Design verantwortlich. Priorität hat für ihn, komplizierte Dinge klar und präzise auszudrücken und für Menschen einzusetzen, deren Leben dadurch wirklich verändert wird. „Die Vision für das Produkt musste aus der Perspektive des Endkunden entstehen. Es muss in erster Linie für die Anwender geeignet sein. Die Ärzte, die es empfehlen, kommen erst an zweiter Stelle“, betont Stangl. Genau das wurde bei mySugr umgesetzt: Entstanden ist eine Diabetes-Management-App, die Blutzuckerwerte dokumentiert, an Blutzucker-Messungen erinnert und mit Funktionen wie Insulin-Rechner oder Beratungen durch ausgebildete Diabetes-Coaches ausgestattet ist. „Unsere App erleichtert den Alltag von Diabetikern und lässt so mehr Zeit außerhalb der Therapie“, sagt Stangl.
 
Bevor er zur Multimediagestaltung kam, absolvierte er die HTL und arbeitete als Bautechniker. „Ich war im klassischen Schulsystem extrem schlecht, mir wurde oft bescheinigt, ein hoffnungsloser Fall zu sein“, erzählt Stangl. Seine Erkenntnis daraus: „Die schlechtesten Schüler der Regelschule sind oft die kreativsten Köpfe und Entrepreneure.“ Er selbst ist ein gutes Beispiel dafür.
 
Automatisiertes Diabetes-Management
Neben der App bietet mySugr mittlerweile ein umfangreiches Leistungspaket für Diabetiker. „Die App ist unser Türöffner: Wir bieten mit unserem mySugr-Paket ganzheitliches Diabetes-Management mit Beratung, automatischer Nachlieferung der Blutzuckermessstreifen oder Insulinberechnung per App. Hier ist alles automatisiert, damit sich der Kunde um nichts mehr kümmern muss“, berichtet Stangl. Das Blutzuckermessgerät überträgt dabei die Werte drahtlos auf das Handy.
 
Weg zur digitalen Diabetes-Therapie ebnen
Ein großer Coup gelang dem Unternehmen 2017 mit der Übernahme durch den Schweizer Pharmakonzern Roche. mySugr bleibe aber weiterhin ein eigenständiges Unternehmen, betont Stangl. Die Übernahme ermögliche den Zugriff auf bessere Ressourcen in der Forschung und die Nutzung neuer Technologien wie Big Data oder künstliche Intelligenz, um damit den Weg zur digitalen Diabetes-Therapie weiter zu ebnen. Derzeit arbeiten 70 Mitarbeiter an den Standorten Wien und San Diego für das Unternehmen, bis Ende 2018 ist eine Erweiterung auf 150 geplant. mySugr ist geprägt von einer Unternehmenskultur mit enormem Teamgeist. Stangl beschreibt die Entwicklung von mySugr als „Teamstory“.
 
Der größte Erfolg aber ist für Stangl das Feedback von Anwendern, deren Leben sich durch die App positiv verändert hat: „Einige Kunden haben sich sogar unser Logo tätowieren lassen.“
 
Gerald Stangl wurde fotografiert von Sébastien Ouvrard aus Fuschl. Seine Schwerpunkte sind Porträt-, Hochzeits- und Fashionfotografie.

 

„Wir erleichtern das Leben für Diabetiker massiv.“

 

Fotograf: Sébastien Ouvrard
www.camwork.at