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Thomas Lutz und Jama Nateqi

„Experten meinten, wir würden das niemals schaffen.“


Symptoma.com ist eine Suchmaschine für Krankheiten.
Ärzte finden ausgehend von Symptomen die passenden Ursachen – gewichtet nach der Wahrscheinlichkeit für den jeweiligen Fall. Jede siebte Diagnose ist nämlich entweder falsch oder kommt zu spät. Weltweit könnten aber jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen mit der richtigen Diagnose gerettet werden. Der Grund für Fehldiagnosen? Fehlinformationen. Ärzte müssen mehr als 20.000 Ursachen berücksichtigen. Mittels Hightech ermöglicht Symptoma Ärzten, selbst sehr seltene Krankheiten zu diagnostizieren.

Internetprojekte waren schon früh eine Leidenschaft von Jama Nateqi und Thomas Lutz. Bereits seit 2002 sind sie Pioniere auf diesem Gebiet. Während seines Medizinstudiums stellte Nateqi fest, dass es keine geeignete Möglichkeit für Ärzte gibt, einen raschen und fundierten Überblick über mögliche Krankheitsursachen zu bekommen. Nateqi und Lutz beschlossen kurzerhand, selbst eine Suchmaschine dafür zu entwickeln und so die Informationslücke zu schließen.

Dabei ist die Idee nicht neu. Unternehmen versuchen sich schon seit den 1970er-Jahren an einer solchen Suchmaschine – leider erfolglos. Das war auch der Grund, warum Experten meinten, dass das Vorhaben der beiden unmöglich sei und sie das niemals schaffen würden.

Mittlerweile hat Symptoma seit 2007 zehn Jahre in Forschung und Entwicklung investiert und damit die wahrscheinlich größte Krankheitsdatenbank der Welt etabliert – mit über 20.000 Ursachen und Millionen Verknüpfungen zu Symptomen und Statistiken. „Ausgehend von Symptomen finden Ärzte die in Frage kommenden Ursachen – gewichtet nach der Wahrscheinlichkeit für den Fall“, erklärt Nateqi die Funktionsweise. Die Suchergebnisse bilden den neuesten Stand der Forschung ab und liefern den Ärzten wichtige Informationen, die sie bei der Diagnosefindung unterstützen. Das verschafft nicht nur im Praxisalltag einen Informationsvorsprung, sondern auch bei der Abklärung von seltenen Krankheiten. „Es ist extrem befriedigend, an Symptoma zu arbeiten, weil es etwas ist, das potenziell das Leben aller Menschen verbessern bzw. retten kann“, sagt Lutz.

Das 2009 gegründete Unternehmen beschäftigt heute 15 Mitarbeiter und schreibt seit dem ersten Jahr Gewinne. Allein 2016 wurde das Unternehmen elfmal ausgezeichnet – unter anderem von der Europäischen Kommission und dem niederländischen Gesundheitsministerium. „Jedes Jahr könnten 1,5 Millionen Menschen mit der richtigen Diagnose gerettet werden. Das ist unser Ziel“, zeigt sich Nateqi ambitioniert, „und ein Börsengang im Jahr 2020.“
www.symptoma.com

Jama Nateqi und Thomas Lutz wurden fotografiert von Birgit Probst. Die Salzburger Fotografin hat sich unter anderem auf Business-, Portrait-, Event-, Bühnen- und Hochzeitsfotografie spezialisiert.


„Experten meinten, wir würden das niemals schaffen.“

 

Fotografin: Birgit Probst
www.probst.photo