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Mario Friedl

„Technologie muss weiterentwickelt werden, sonst hört sie auf, gut zu sein.“

 

„Das alles nahm hier seinen Anfang!“ Das erzählt Mario Friedl, 35 Jahre alt, IT- und Netzwerkfachmann, und verweist auf die Büroräumlichkeiten der Firmengruppe in der Imbergstraße, die Software- und fortgeschrittenes Webdevelopment sowie IT-Consulting betreibt. „In das Projekt haben wir – Mario Friedl, Björn Pusch aus Deutschland und Thomas Beyersdorf – unser Herzblut hineingesteckt.“ Immer wieder trafen sich die drei Tech-Visionäre in Salzburg, angetrieben von der Idee, die boomende Kryptowährungsszene rund um Bitcoins und Blockchain von den offensichtlichen technischen Defiziten und übler Geschäftemacherei zu befreien. Man betrieb Aufklärung und baute eines der größten deutschsprachigen Blockchain-Beratungs-Foren auf Facebook auf.

2016 war es für die Gruppe allerdings so weit, den nächsten Schritt einzuleiten: „Wir fragten uns, warum entwickeln wir die Blockchain nicht selbst weiter? Denn Technologie muss weiterentwickelt werden, sonst hört sie auf gut zu sein.“ Eineinhalb Jahre später hat sich daraus ein umfassendes Netzwerk von dutzenden internationalen Software-Entwicklern, organisiert rund um drei Genossenschaften in einem Verband (TrustInCoop) mit Büros unter anderem in Salzburg, Wien und Berlin entwickelt. Ihre gemeinsame Mission: Nicht mehr und nicht weniger als die fundamentale Weiterentwicklung der Blockchain hin zu einer Metachain, um die neuartige Technologie – abseits vom Bitcoin-Hype – für den allgemeinen Geschäftsgebrauch zu öffnen.
 
Blockchain in den Business-Alltag bringen
Was ist eigentlich eine Blockchain? Sie ist eine auf Millionen User verteilte Datenbank, die jede Transaktion auf jedem beteiligten Rechner abspeichert – und das fälschungssicher, weil alle Transaktionen hintereinander in einer Kette mit aufwendiger Verschlüsselungstechnologie unauflösbar miteinander verbunden werden. Der Rechenaufwand für einen Betrug ist daher derzeit nicht zu leisten, Transaktionsfälschung lohnt sich einfach nicht. Sobald Quantencomputer verfügbar sind, sieht die Sache bei den üblichen Blockchains schon wieder anders aus. Bitcoins – oder jede andere Kryptowährung – sind aber nur eine Anwendung der Blockchain. Mittels dieser Technologie können nicht nur „Coins“ als Zahlungsmittel, sondern auch „Tokens“ erzeugt werden, die man auch als fälschungssichere Kontrakte, etwa zwischen Unternehmen und Kunde, oder zur Abwicklung jedweder Geschäftsvorgänge verwenden kann. Dafür braucht es neue Blockchains, d. h. eine Metachain mit vielen Subchains, die schneller, energieeffizienter und technologisch fortgeschrittener sind als das ursprüngliche Blockchain-Konzept.
Der Clou bei der neuen „Metachain“: Es werden Handynutzer als dritter Partner ins Mining eingeladen. Sie erhalten dafür den Löwenanteil der Transaktionsgebühren und sichern so neben dem Rechenzentrum der „Metachain“ und den Mining-Rechnern im „Mining-Prozess“ den eigens entwickelten „Proof of Trust“. Dabei übernehmen so viele Smartphone-User wie nur möglich jeweils kleine Rechenpakete der Verschlüsselung. Die Handy-User werden damit zur zusätzlichen Kontrollinstanz. Insgesamt sinkt damit der enorme Energieaufwand, der ökologisch kaum mehr zu verantworten ist, und die Blöcke der Transaktionen können viel schneller abgearbeitet werden als jetzt. Die so entstehenden Subchains können zu einer neuen alltagstauglichen Infrastruktur für Transaktionen in der Wirtschaft werden, denn nicht jedes Unternehmen will und kann Ressourcen für eine Blockchain bereitstellen.
Mario Friedl: „Wir schreiten in neue Denkmuster, neue Geschäftsprozesse und in eine neue
Gegenwart hinein.“
https://www.genotrust.coop
 
Mario Friedl wurde von Michael Preschl fotografiert. Der Fotograf aus Salzburg hat sich auf Werbe- und Produktfotografie spezialisiert.

 

„Technologie muss weiterentwickelt werden, sonst hört sie auf, gut zu sein.“

 

Fotograf: Michael Preschl
www.michael-preschl.at